Hoch hinaus

Die „viel.“ ist das Campus-Magazin der FH-Kiel und im laufenden Semester mache ich immer mal wieder Fotos dafür. Die Themen sind dabei ganz bunt gemischt: Lieblings-Strickmuster von Professorinnen, Räumlichkeiten, Veranstaltungen… was eben grade so anliegt.

Heute war ich auf einer ganz besonderes Mission:
Eine Studentin schreibt grade einen Beitrag über Niels. Der hat das Klettern für sich entdeckt und das gehört natürlich in ein solches Portrait. Niels hat jedoch ein – gerade fürs Klettern – besonderes Handicap: er ist BLIND!

Niels-Portrait

Ich hatte vorher noch nie mit einem blinden Menschen zu tun, daher war ich mir nicht so sicher, wie ich Posing-Anweisungen geben sollte. So etwas wie „Guck mal dort hin!“ wäre ja vielleicht eher unpassend… Niels war aber ganz entspannt – er kannte die Problematik schon. „Einfach Uhrzeiten ansagen, dann weiß ich, was gemeint ist.“ sagte er.

Das Portrait vor der Kletter-Wand macht natürlich noch keinen Sportler. Also musste Niels auch wirklich aktiv werden. Im Kletter-Gurt gesichert ging es dann einige Meter in die Höhe, bis fast unter die Decke. Dabei hat Niels sich im Wesentlichen alleine vorgetastet, nur hier und da gab es mal eine kleine Hilfe von Viktoria, wo der nächste Griff zu finden ist.

Niels-klettert

Ein paar Anläufe hat er schon gebraucht, wir hatten wohl eine Route ausgesucht, die er noch nicht so gut kannte, trotzdem bin ich schwer beeindruckt von seiner Leistung!! Ich wäre an seiner Stelle wohl nicht schneller gewesen – obwohl ich die Griffe hätte sehen können…

Niels-klettert2

Fotos von unten, dachte ich mir, das kann ja jeder – ich will Fotos von oben machen. Also musste ich selber auch da hoch. Blöd nur, wenn man vorher noch nicht genau weiß, welche Brennweite man oben verwenden will. Also hatte ich zusätzlich zu meinem eigenen Gewicht (schönen Gruß an eine ganz bestimmte Person, die jetzt weiß, dass sie gemeint ist 😉 ) auch noch 2 Kameras mit 2 Linsen (70-200 f2,8 und 24-70 f2,8) zu schleppen… ob das einen großen Unterschied gemacht hat, weiß ich nicht so genau… Wenn man diese Art der Anstrengung nicht gewohnt ist, ist das wahrscheinlich egal: wenn man oben ist, ist man FERTIG!

Andi-klettert_2

Meine Güte, war das anstrengend! Ich weiß nicht ob die Route schwieriger war, als die von Niels, aber mir kam es so vor, als wären überhaupt keine Griffe vorhanden, da, wo man welche gebraucht hätte. Und nocheinmal: ICH konnte ja sogar GUCKEN wo die Griffe sind. Naja – Niels war dann übrigens TATSÄCHLICH schneller als ich…

So sieht Klettern von oben aus:

vicki-klettert

(Viktoria ist eine sehr ähnliche Route geklettert wie ich – natürlich hat sie nur einen Bruchteil der Zeit dafür gebraucht… …ich musste ja auch die Kameras tragen… =P)

Ob ich da nocheinmal hoch möchte? Ich weiß es nicht. Aber der Ausblick von da oben ist nicht schlecht.
Ein besonderer Dank an Viktoria, Dominik und Torben für die Behind-the-Scenes-Fotos und das Sichern!

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